Seit dem Mittelalter die heimliche Hauptstraße Bremens

Alte Gebäude aus rotem Backstein

Sie gilt als die heimliche Hauptstraße Bremens: Die Böttcherstraße. Heutzutage liegt sie unscheinbar und ein bisschen versteckt hinter dem Schütting, verbindet aber noch immer Markt und Weser. Das war im Mittelalter eine begehrte Lage und noch heute leuchtet ein, dass sich die Böttcher, die Fassbauer, diese strategisch günstig gelegene Straße für ihr Handwerk aussuchten. Fässer waren die Container des Mittelalters. So konnten Kaufleute, die auf dem Markt ihr Handelswaren erstanden hatten, diese direkt in der Böttcherstraße verpacken lassen und auf kurzem Weg zum damaligen Hafen transportieren. Mit Verlagerung des Hafens stromaufwärts brachte das Aus für die Handwerkszunft und die Straße wurde immer unbedeutender. 1902 erwarb Ludwig Roselius – Erfinder des entkoffeinierten Kaffees und Gründer der Firma Kaffee HAG – nach und nach die Gebäude der Böttcherstraße und baute sie im Sinne der Kunst, Architektur und Kultur wieder auf.

 

Die einzigartige Architektur ist auch heute noch zu bestaunen. Dies verdanken die Bremer:innen Privatleuten und seit 2003 der Stiftung Bremer Sparer-Dank. So können heute interessante und geschichtsträchtige Gebäude wie das Haus der Sieben Faulen, Das Haus des Glockenspiels mit seinen 30 Glocken aus Meißner Porzellan, das Robinson-Crusoe-Haus und das Paula-Modersohn-Becker-Museum mit gefragten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst bestaunt werden. Ein Spaziergang durch diese vom Backsteinexpressionismus geprägte Straße lohnt sich auf jeden Fall immer, denn in jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken – mal ganz groß und mal ganz klein. Macht Euch doch gleich mal auf den Weg.

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